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Mental Load

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Gastbeitrag von Nadine Dietl-Augst von Family Travel Journal “Mama, wo sind meine Stifte?” – “Schatz, kannst Du mir mal die Reisepässe geben?” – “Ich habe Hunger, was haben wir zum Essen dabei?” So oder ähnlich klingt es oft in Dauerschleife, wenn wir wieder mal einer längeren oder kürzeren Reise sind. Mama weiß alles. Das macht mich manchmal schon vor Reisebeginn so unendlich müde, habe ich doch schließlich bereits tagelang über Packlisten und die richtige Anzahl von Unterhosen sinniert. Ganz nebenbei habe ich dann auch noch die komplette Reiseplanung im Vorfeld übernommen; ich plane nämlich für mein Leben gerne. “Reiseleiterin” ist mein Spitzname im Familien- und Freundeskreis, denn ich organisiere jeden noch so kurzen Urlaub akribisch durch, seit ich denken kann. Flüge, Transfers, Unterkünfte, Aktivitäten, beste Restaurants und sportliche Betätigung: Wer mit mir reist, reist sorgenfrei, denn alles ist bereits gebucht. Die Reisebegleiter bekommen eine Woche vorher ein Programmheft mit allen…

Vor einer Weile hat mir Rebekka von ihrem Problem mit dem Mental Load geschrieben. Ich finde, in ihrem Text wird noch einmal deutlich, wie schnell Mütter in diese Falle treten, auch wenn beide Eltern das Beste für die ganze Familie wollen. Ich kann sie so gut verstehen, denn tatsächlich kommt zu dieser mentalen Erschöpfung ziemlilch oft noch Einsamkeit hinzu. Ich denke, dass sich viele Mütter mit Rebekka identifizieren können, und auch mir ging es mit den Kindern ähnlich, als sie noch kleiner waren und ich nachmittags viel mit ihnen alleine war. Hier kommt ihr Text: Rebekka erzählt Mit meinem Mann und unseren 2 Kindern (3J3M und 4 Monate) leben wir in Prag. Hier ist das im Allgemeinen so geregelt, dass die Mutter (!) nach der Geburt mit dem Kind zu Hause bleibt, bis es in den Kindergarten gehen kann. Bis dahin dauert es mindestens drei Jahre, oft mehr, wenn man…

Lisa Harmann und Katharina Nachtsheim sind die Frauen hinter dem größten deutschen Elternblog Stadt Land Mama und haben bereits ein ganz wundervolles Buch für das erste Jahr mit Kind geschrieben. Nun kommt der Nachfolger und richtet sich an alle Mütter, die manchmal das Gefühl haben: Wann habe ich denn endlich mal wieder für mich selbst Zeit? Wow Mom. Der Mama-Mutmacher für mehr ICH in all dem WIR.(Affiliate Link) Lisa und Katharina können vor allem eines: authentisch und wertschätzend über den Familienalltag schreiben. Sie urteilen nicht, sind dafür sehr ehrlich und malen uns kein Traumbild von Mutterschaft. Sie trösten, sprechen Mut zu und kennen all die großen und kleinen Herausforderungen, die auf uns zukommen, wenn wir Kinder bekommen. Das pickepackevolle Buch ist ein Wegweiser für uns alle und neben tollen Texten der beiden gibt es einen grandiosen Berg von Gastbeiträgen. Keine geringeren als Ildikó von Kürthy, Herbert Renz-Polster, Jasmin Gerat, Laura…

Ein Gastbeitrag von Johanna Fröhlich Zapata Stell dir vor, du würdest für deine Care- und Hausarbeit bezahlt: 25.124,39 € – Das ist der Wert, den eine Mutter zweier Kinder im Alter von zwei und fünf Jahren nach acht Jahren Partnerschaft für ihre Care- und Hausarbeit bei Mindestlohn in Rechnung stellen müsste. Carearbeit ist in unserer Gesellschaft wenig wert. Sie hat keinen Preis.  In den letzten Monaten wurde mir klar, dass gelebter Feminismus nicht in der Krise steckt, sondern im Alltag. Er steckt in den Kinderschuhen. Neben unseren hippen Morgenritualen absolvieren wir Frauen unsere Klimmzugchallenge an der Karriereleiter und übernehmen nebenbei noch die Aufgaben, die unsere Mütter und Großmütter auch schon unbezahlt übernahmen: Die Haus- und Carearbeit. Nebenher. Und dann kommen Leute/Männer/Politiker ums Eck und behaupten: Den Feminismus brauchen wir nicht mehr. Aber Achtung: Die Grundannahme des Feminismus’ ist, dass alle Geschlechter gleichwertig sind und deshalb gleichberechtigt sein sollten. Die tatsächliche…

Juchuu, mein Buch wird schon wieder nachgedruckt und erscheint nun bereits in der vierten Auflage. Zur Feier des Tages schenke ich dir einen exklusiven Auszug aus meinem Buch Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles. Was Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen (Affiliate Link). Nachdem ich im ersten von drei Kapiteln das Mental Load-Problem schildere und im zweiten die persönlichen und privaten Auswirkungen der mentalen Belastung erkläre, geht es im letzten Teil um konkrete Lösungen für uns. Mütter sind deshalb so belastet, weil sie so viel schultern müssen und so lautet der Ausweg, sich die Care-Arbeit und die damit zusammenhängende Denk-Arbeit endlich gerechter mit ihren Partnern zu teilen. Aber zunächst können wir selbst etwas tun, und das gilt ganz besonders für Frauen, die keinen Partner haben oder deren Partner aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, einen Teil der Aufgaben zu übernehmen. Also, los…

Ich bin zurück aus dem Urlaub und freu mich riesig, dass Birthe mir einen so professionellen und inhaltsreichen Text geschrieben hat, der sich mit einem der großen Mental Load-Probleme beschäftigt. Eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden, ist die: „Wie erkläre ich meinem Partner die mentale Last?“ Denn jede(r) von uns kennt diese immergleichen und wenig zielführenden Schuldzuweisungen. „Ich muss mich hier um alles alleine kümmern“ trifft auf „dir kann man ja gar nichts recht machen.“ Wie also kriegen wir es hin, dem anderen die Last zu schilden, sodass er es versteht und sich nicht angegriffen fühlt? Von Birthe Müller-Rosenau von www.leuchtturm-eltern.de Problem erkannt, Problem gebannt? Wenn das mal immer so einfach wäre. Vielleicht gehörst auch du zu den Mamas, die schon lange wissen, dass sie ein Mental-Load-Problem haben. Vielleicht hast du auch den starken Wunsch, es endlich anzugehen. Endlich mit deinem Partner darüber zu sprechen. Eine faire Lösung…

Was Frauen wirklich stresst Vielleicht hast du auch schon einmal Fragen wie diese gestellt bekommen: „Wo sind eigentlich die Kinder, wenn du am Wochenende bei deinen Freundinnen bist?“ Oder du wurdest im Büro gefragt, wer auf das Baby aufpasst, als du einige Zeit nach der Geburt wieder in deinen Job einstiegst. Im ganz unangenehmen Fall war die Frage kombiniert mit einer Aussage der Kollegin wie „ich könnte das ja nicht – so früh von meinem Kind getrennt zu sein“. Der Muttermythos – ein künstliches Produkt Mütter müssen bei ihren Kindern und bei ihrer Familie sein, das ist eine weitläufige Auffassung, die aus gutem Grund in Deutschland weit verbreitet ist. Die westdeutsche Nachkriegspolitik der 1950er Jahre förderte die Einverdiener-Ehe, bis heute kommt ein Paar steuerlich dann am besten weg, wenn es verheiratet ist und eine(r) von beiden weitaus mehr verdient als die/der andere. Weil Männer durch Berufswahl, Gender-Paygap und bessere berufliche…

Einige Frauen kennen vielleicht folgende Situation: da stehen sie abends an der Spüle und machen den Abwasch. Ihr Partner will gerade mit den Kindern hochgehen, um sie ins Bett zu bringen, da wirft er ihnen einen zweideutigen Blick zu. „Treffen wir uns nachher oben?“ soll das wohl heißen. Sie aber verdrehen die Augen und denken sich Folgendes: Wenn der wüsste, was ich heute noch zu tun habe! Meine Liste ist lang und wie immer habe ich vieles von dem, was ich heute tun wollte, nicht geschafft. Nachher möchte ich endlich die Mail an den Steuerberater schreiben. Vorher muss ich noch Strümpfe zusammenlegen, denn die Kinder haben kaum noch welche im Schrank. Ich muss noch ein paar Geschenke im Internet bestellen, im Flur die Jacken aufräumen und Seife und Klopapier im Bad auffülllen. Romantik auf der To-do-Liste Natürlich ist er zur Stelle, wenn sie ihn bittet, die Liste mit abzuarbeiten. Aber…

Bei uns in der Grundschule werden zwei Jahrgänge gemeinsam unterrichtet, darum verlässt nach jedem Schuljahr die Hälfte der Kinder den Klassenverband. Zum Abschied gestalten die jüngeren SchülerInnen einen Gruß. Meine Tochter bemalte freiwillig und mit viel Freude zwölf Karten und ich war überrascht, wie viel Mühe sie sich machte. Mein Sohn hatte keine Lust. Ich konnte das gut verstehen, denn ich finde schon, dass das eine hohe Erwartung an die Kinder ist. Wir waren während der Corona-Krise beim Homeschooling so oft aneinandergerasselt, dass ich es jetzt nicht für eine gute Idee hielt, ihn zum Gruß-Karten schreiben zu verdonnern. Keine Lust auf Karten schreiben! Also dachte ich mir eine unkomplizierte Sache aus: Jimmy diktierte mir seinen Lieblingswitz, ich druckte ihn vierzehn Mal aus und dann sollte er die Witze einfach auf die Karten kleben. Auch das war ihm der Mühe nicht wert, generell ergab diese ganze Aktion für ihn keinen Sinn…

Vor einer Weile bat ich auf Instagram um eure Mental Load-Geschichten und Theresa hat mir ihre geschrieben. Ich finde es sehr berührend, wie Theresa (@threetravelkids auf Instagram) erklärt, wie sie immer trauriger wird, und was das mit ihrer To-do-Liste zu tun hat. Ich finde, dass im Text klar wird, wie Eltern manchmal aneinander vorbei reden. Jeder fühlt sich im Stich gelassen, ist hilflos, wird wütend. Theresa schrieb mir: „Man kann da nur gemeinsam raus finden.“ Und da hat sie so Recht! Die mentale Last Hier sitze ich nun heulend und ganz allein. Es ist nicht das erste Mal und wird auch nicht das letzte Mal sein. Wie eine Ausgestoßene komme ich mir vor von meiner eigenen Familie. Gestern kam er nach drei Wochen Abwesenheit wieder, mein Ehemann und der Vater meiner drei Kinder. Wir hatten uns sehr auf ihn gefreut, ich hauptsächlich weil ich mir davon Entlastung in einem Alltag…