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Mama, wo sind meine Pokémon-Karten? * Sag mal, Laura, hast du eine Ahnung, wo ich meinen Geldbeutel hingelegt habe? * Was wünschen sich die Kinder eigentlich zu Ostern? * Mama, wo ist mein Eselchen? * Wie hieß nochmal dieses Restaurant, in dem wir neulich essen waren? Wann Schulferien sind? Das weiß Laura am besten! Ich würde den Kindern gerne neue Sandalen kaufen, aber Anton weiß die Schuhgröße nicht. Kannst du sie mir bitte durchgeben? Mama, wann muss ich das Referat für das Leseprojekt fertig haben? Laura, du kannst dir das immer so gut merken: wie war nochmal gleich der Code für das Fahrradschloss? Und hast du eigentlich meine Wollmütze gesehen? Mama ist das Familien-Backup, auf das sich alle verlassen. Mama weiß Bescheid, denn sie ist ein wandelnder Kalender, eine Wünschelrute mit siebtem Sinn für Kuscheltiere, weiß alles in Sachen Büro-, Schul- oder Kindergartentermine und kennt die Kleidergrößen aller Familienmitglieder. Sie…

Lebenswerk von Rachel Cusk Wenn Mütter über ihr Leben mit Kindern erzählen, muss es ein Happy End geben. Denn wo kommen wir da hin, wenn Frauen anfangen, ein paar bittere Wahrheiten zu Papier zu bringen? Immerhin lebt unsere Gesellschaft davon, dass Frauen Kinder bekommen und dann oft ohne Wenn und Aber zuhause sind, Babybrei kochen, Krabbelgruppen besuchen und sich intuitiv und liebevoll ihrer Passion hingeben: sich anderen Menschen zu widmen und selbst im Hintergrund ihres Lebens Platz zu nehmen. Frauen, die Mutterschaft nicht immer nur in rosigen Bildern malen, ernten Kritik, das ist nicht erst seit Orna Donaths Studie mit dem Titel „Regretting Motherhood“ so. Aber auch Rachel Cusks Roman „Lebenswerk. Über das Mutterwerden“ wurde unterschiedlich aufgefasst und vor allem Frauen reagierten wütend auf die sehr ehrliche Schilderung des Mutterwerdens. Es darf nicht geschrieben werden, was nicht sein darf, denn würden wir zugeben, dass es nicht nur traumhaft ist, was…

In meinem Kühlschrank steht ein Joghurtbecher mit Skyr, einer isländische Spezialität. Auf dem Becher ist ein bärtiger Mann abgebildet, mit dem ich mich abends ab und zu austausche. Wir sprechen über Kinder, Feminismus und das Land meiner Träume: Island. „Hey Sigurdsson“, sage ich, als ich den Kühlschrank aufmache. Ich habe gerade den Tisch abgeräumt und die Butter zurück in den Kühlschrank gestellt, als ich den schönen Isländer auf dem Joghurt-Becher erblicke. „Hei Laura, prima Wetter heute!.“ „Mir ist nicht nach Smalltalk, lieber Sigurdsson, mir ist eher nach einer guten Konversation zumute. Daher habe ich eine Frage an dich: wie macht ihr Isländer es, dass bei euch alles so gut läuft mit der Gleichberechtigung? Wieso gibt es bei euch keine Machos, die sich zu schade sind für die Hausarbeit und die Kinderbetreuung?“ „Ach Laura, Machos gibt es bei uns auch. Wir Isländer finden uns ziemlich toll, aber wir finden Frauen eben…

Gestern war der zweite Tag in Folge, an dem ich zitternd vor Wut im Auto saß. Mir klopfte das Herz und ich war außer mir, auch wenn der Grund simpel schien. Ein Kind, drei Jahre alt, gebeutelt von ein paar Entwicklungsschritten und Müdigkeit. Kenne ich, erlebe ich jetzt das dritte Mal, ist alles ganz normal. Was sich nicht normal anfühlt, ist meine eigene Aggression. Denn in meinem Kopf passt sie nicht in das Mutterbild, das ich habe. Mütter sind geduldig und lieb, sie trösten und nehmen in den Arm. Ich aber sitze hier im Auto und möchte gerne etwas kaputt schlagen. Oskar saß im Möbelhaus glücklich in seinem Einkaufswagen. Um der heimischen Enge zu entfliehen, haben wir uns zu diesem Ausflug entschlossen. Es war ein besonderer Einkaufswagen, ein kleines Auto, das man herumschieben kann. Wir mussten es hinterher auf dem Parkplatz zurücklassen, Oskar aber wollte das Auto behalten. Er schlug…

Neulich war es mal wieder soweit: ich habe mir ein richtig schlechtes Mutter-Zeugnis ausgestellt. Also mangelhaft, mindestens. Schlechtes Betragen, Unruhe verbreiten, kein bisschen lieb und kreativ und generell versetzungsgefährdet. Wenn das nicht besser wird, muss das Jahr wiederholt werden. Ein Traum von einer Mutter Ich habe so ein Bild von einer guten Mutter im Kopf. Sie ist geduldig und bastelt gerne, sie liest vor und ist sehr, sehr lustig. Sie verbreitet gute Laune und lässt ihre Kinder auch mal laut sein. Tja, das ist ungefähr das Gegenteil von mir. Ich bin ungeduldig und neulich bin ich erschrocken, weil meine Tochter ein Glas auf den Teller hat fallenlassen, ganz aus Versehen. Ich habe einen Schrei losgelassen und fühlte mich wie eine nervöse Amsel im Angesicht der Katze. Was ist daran schlimm, wenn ein Glas kaputt geht? Nix! Aber ich habe ein Theater gemacht. (Ich attestiere mir selbst gerade eine extreme Form…

Mütter zu beschuldigen ist ein alter Taschenspielertrick des Patriarchats: Wie im Zauberer von Oz verwenden wir alle unsere Energie darauf, die böse Hexe aufzuspüren, so dass wir dem Drahtzieher keine Aufmerksamkeit schenken. (Elisabeth Debold, Idelisse Malwe, Marie Wilson, 1994) Mit diesem Zitat beginnt das Buch „Mütterterror“ von Christina Mundlos. Ich habe es verschlungen und sehr viel verstanden. Wieso fühlt sich Muttersein manchmal so unglaublich anstrengend an? Wieso gibt es so viel Ärger, Neid und Missgunst unter Müttern? Wieso trägt die Gesellschaft und der Muttermythos dazu bei, dass es heute extrem fordernd ist, Mutter zu werden? Die Soziologin Christina Mundlos hat sich auf die Suche nach Antworten gemacht. Die Mutter ist seit vielen hundert Jahren für eine gelungene Kindheit verantwortlich und spürt diesen Druck heute besonders stark. Ob Stillen, Erziehen, Brei und Einschlaf-Rituale, für alles gibt es Bücher, Internettexte und verschiedene Meinungen. Die prasseln dann von Anfang an auf die Mütter…

Meine Müttersprechstunde macht zur Zeit Pause, weil ich mit meinem Buch so viel zu tun habe. Aber endlich gibt es mal wieder eine Podcast-Folge, denn ich durfte die Müttersprechstunde einen Abend lang auf dem Elternmagazin-Kanal abhalten. Das Thema war klar: Mental Load, die mentale Belastung, die vor allem Mütter tragen. Was genau steckt dahinter, wieso tragen vor allem Frauen diese Last und was können wir dagegen tun? Wir haben fast eine Stunde gequatscht und sehr viele Frauen haben mitdiskutiert. Ich habe mein Shop Floor-Board gezeigt und Buchtipps gegeben. Von heute auf morgen ist das Problem nicht gelöst, denn es hat sehr viel mit stereotypen Rollenbildern zu tun, die wir seit hunderten von Jahren pflegen und die bis heute nicht aus unseren Köpfen verschwinden wollen. Was muss sich ändern? Wir möchten das Problem nicht an unsere Kinder weitergeben, darum ist es auch so wichtig, dass die Kinder zuhause erleben, dass sich…

Am Sonntag war ich mit meiner Luise und ihrer Freundin im Kino. Wahnsinnig lange Schlangen voller Eltern mit ihren kleinen Mädchen fanden wir vor. Wir schnappten uns die 3D-Brillen und setzten uns in den Saal. Um uns herum trugen die Kinder trükisfarbene Elsa-Kostüme oder kleine Krönchen und die Vorfreude war riesig groß. Wir pfeifen auf den Prinzen Auch ich habe mich gefreut. Ich mag moderne Animationsfilme nicht, weil sie mir zu schnell und zu anstrengend sind. Beim ersten Eisköniginnen-Film war ich überrascht, wie schön er doch ist. Ich mochte die (schmalzige) Musik, die Geschichte von zwei Schwestern und vor allem die Rolle der Elsa. Sonst bekommen in jedem Disney-Film die Prinzessinnen am Ende einen Mann. Nicht so bei der Eiskönigin. Es gibt ein erfülles Leben auch ohne Prinzen, das ist doch endlich mal eine gute Nachricht! Auch der zweite Film hat mir Spaß gemacht, genauso wie den Kindern. Schneemann Olaf…

Geschickt eingefädelt: wie Männer Frauen an den Herd verbannten Kaum ein Thema ist für Frauen so aufgeladen, wie das der Hausfrauenrolle, und das ist mehr als verständlich. Seit dem Industriezeitalter sind Frauen für Heim und Herd zuständig, denn als es die Menschen in die Städte trieb, um dort in den Fabriken mehr Lohn zu verdienen, gingen die Männer einer Berufstätigkeit nach, die Frauen kümmerten sich um die Kinder und die Wäsche. Dass diese Aufteilung so einseitig war, hatte mit den Männern zu tun, die kräftig am Mütter-Mythos feilten. Von Martin Luther über Jean-Jaques Rousseau, wurde die (wissenschaftlich unhaltbare) These aufgestellt, dass die Kinder nur von der Mutter erzogen werden können und sie deshalb für sie verantwortlich ist. Es sei ihre Aufgabe, zuhause für das Wohlergehen der Familie zu sorgen und den Haushalt zu machen. Der Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi und Tiefenpsychologe Sigmund Freud verwiesen auf die Psyche der Kinder, für…

Wir brauchen noch Mütter, die die Kinder beim Wandertag begleiten * bitte an 10 Euro Getränkegeld denken * wer kann beim Martinimarkt am Stand aushelfen und einen Kuchen backen? * bitte leere Klopapierrollen in den Kindergarten mitbringen * bis Ende des Monats brauchen wir zwei aktuelle Fotos Ihres Kindes * wer sammelt Geld für die ErzieherInnen? * bitte Wechselklamotten überprüfen * am 27.11. um 7:30 Uhr ist Eltern-Sprechstunde *  das Kindergarten-Klohäuschen wird neu gebaut und wir suchen fleißige Helfer für das Wochenende Das Kümmern teilen Das sind die To-Dos für drei Kinder in einer Woche. Anton und ich bekommen sie per WhatsApp, Brief oder Mail und alle einzelnen Punkte ziehen viel Arbeit nach sich. Wir müssen zum Beispiel Fotos aussuchen und sie in der Drogerie nachmachen lassen. Oder uns einen Tag frei nehmen, um die Kinder beim Wandertag zu begleiten. Dann muss sich einer von uns darum kümmern, dass wir…