Sophie und ich habe das Finanzprojekt #MamasUndMoneten gestartet. Gemeinsam mit dir möchten wir uns über finanzielle Themen kümmern, ganz besonders wichtig ist dabei die drohende Altersarmut für Frauen. Sophie begann neulich, über ihre Situation zu bloggen und ich habe mich sofort wiedererkannt. Außerdem fand ich es toll, feministisch und mutig, das Thema anzugehen. Also habe ich Sophie angeschrieben und wir machen nun gemeinsame Sache. Wir starten eine…

…Blogparade…

…und bei Sophie gehts mit diesem Text hier los. Dort findest du auch alle Infos, wie du selbst mitmachen kannst. Falls du kein Blog hast, wäre es wunderbar, wenn du einen Kommentar dalassen möchtest. Hast du dir schon einmal Gedanken um das liebe Geld, deine Rentenvorsorge oder Absicherung für Notfälle gemacht? Habt ihr als Eltern gemeinsame Regelungen, einen Ehe- oder Partnervertrag? Ist dir das alles völlig gleichgültig oder bist du schockiert von all den blauäugigen Mamas wie ich eine war? Mein Beitrag zur Blogparade wird sein, unser erstes Finanzgespräch wiederzugeben. Vielleicht findest du dich in einer von uns wieder. Oder du bist ganz anders drauf als wir? Auf jedenfall haben wir also das hier gequatscht:

Sophie und Laura im Gespräch

Laura: Feiner Text, den du da geschrieben hast. Wie kamst du eigentlich auf das Thema, was war der Anstoß?

Sophie: Eigentlich rede ich mit meinem Mann seit Jahren darüber, dass wir irgendwie familienintern einen Ausgleich schaffen müssen, weil wir so ein bisschen in die klassische Rollenverteilung gerutscht sind: Er verdient voll, zahlt in die Rentenversicherung ein und zusätzlich in eine Betriebs- und eine Riesterrente. Und ich „verdiene dazu“, wie man so schön sagt, weil ich mich zeitlich deutlich mehr um die Kinder kümmere. Und seit ich freiberuflich arbeite, sorge ich kaum fürs Alter vor. Jedenfalls hat keiner von uns beiden mal den Hintern hoch gekriegt, auch weil das Thema eben irgendwie einschüchtert, wenn man zu wenig Wissen hat.

Laura: Sophie, wir sind tatsächlich finanzielle Zwillinge.

Sophie: Haha, ja das dachte ich mir schon. Und ich wette, so geht es so vielen anderen Frauen auch!

Laura: Wir haben das gleiche Problem und ich bin regelmäßig sauer, weil ich nicht so viel arbeiten kann und dementsprechend wenig Geld verdiene. Ich fühle mich abhängig von meinem Mann und mein Konto ist dauernd leer.

Sophie: Genau und eigentlich sollten wir aus dem Familieneinkommen trotzdem für uns individuell vorsorgen. Aber das muss man eben erst mal in die Wege leiten. Und da war immer der Haken: Ich wusste einfach nicht, wie. In einer Beratung hieß es, Rürup sei nichts für mich, weil ich noch nicht sagen kann, ob ich in 5 oder 10 Jahren immer noch selbstständig bin. In einer anderen Beratung wurde mir erzählt, dass ich als Selbstständige gar nicht riestern kann (was falsch ist, da ich verheiratet bin!). Man kriegt so viel Blödsinn erzählt. Und daher dachte ich jetzt: Stop, ich muss mir das Wissen eben selbst drauf schaffen!

Laura: Ich war geschockt, nachdem ich deinen Text gelesen und die Reportage Frauen in der Rentenfalle angeschaut habe, wie naiv wir Frauen sind. Ging es dir auch so?

Sophie: Ja, schon. Bei mir ist es vor allem so, dass ich mich immer total rausgeredet habe. So nach dem Motto: Ich bin noch jung, das ist nur vorübergehend. Langfristig wollen wir beide nämlich eher gleich viel arbeiten und am besten auch gleich viel verdienen. Aber unterm Strich ändert das ja nix daran, dass es jetzt gerade total ungerecht zugeht.

Laura: Ja, genau. Ich habe mir darüber auch nie Gedanken gemacht. Ich habe eher gedacht: ich will endlich auch mal ordentlich was verdienen, damit ich mir einen heißen Fummel leisten kann. Dass mir der heiße Fummel nix bringt, wenn ich später ne arme Kirchenmaus bin, das habe ich irgendwie nie bedacht.

Sophie: Haha, kenn ich. Ich hab jetzt nach der zweiten Schwangerschaft echt viel Geld für Klamotten ausgegeben, so nach dem Motto „Das hab ich jetzt verdient“.

Laura: Haha, genau!

Sophie: Ich muss ehrlich sagen, dass mich dein Text vor kurzem doch geschockt hat, in dem du geschrieben hast, dass du deinen Job erst mal aufgibst. Ich fand so traurig, dass es eben immer ein Zeitproblem ist.

Laura: Ja, das war auch keine leichte Entscheidung. Aufgegeben habe ich meinen Job nicht, aber ich schaffe nicht mehr alles: Blog und redaktionelle Arbeit. Daher habe ich mich von einigen Kunden verabschieden müssen, ich konnte die Aufträge nicht mehr alle abarbeiten. Die Zeit, das ist das Problem! Und mittags kommen die Kinder nach Hause und möchten essen. Ist denn der AG deines Mannes familienfreundlich?

Sophie: Ja total. Marius hat ja jetzt immerhin schon mal von 40 auf 35 Stunden reduziert und das war gar kein Thema. Langfristig wollen wir ca. auf „30 beide“ raus. Zum Glück ist keiner von uns beiden so ein totaler Workaholic. Wir arbeiten beide gerne, aber ich denke, auch sehr effizient. Übrigens etwas, was Arbeitgeber immer sehr schätzen!

Laura: Ich bin ganz deiner Meinung. Anton ist auch nicht auf die steile Karriere aus, da bin ich so froh. Er ist einfach sehr pflichbewusst und hat das Gefühl, dass seine wichtigste Aufgabe ist, den Großteil des Geldes für die Familie zu verdienen. Mein Ziel wäre, dass wir beide 75 % arbeiten, wenn die Kinder alle in der Schule sind. Damit wir alle mehr Zeit haben.

Sophie: Da muss man manchmal vielleicht auch eine Lanze für die Männer brechen: Die rutschen ja auch schnell da rein, wenn die Frauen in Elternzeit gehen, dann nur reduziert arbeiten usw. Irgendwoher muss das Geld ja kommen. Ich denke, man darf einfach den Zeitpunkt nicht verpassen, an dem man sich spätestens wieder gleichberechtigter organisiert. Und wenn dann auch das Mindset oder wie man es nennen will, so festgefahren ist, muss man sich da erst mal wieder locker machen. Verantwortungsbewusstsein ist ja super, aber irgendwann muss man die finanzielle Verantwortung auch wieder besser aufteilen. Und vor allem muss man halt zusehen, dass man finanzielle Ausgleiche schafft.

Laura: Wie ist das denn bei den Frauen, die du so kennst, kümmern die sich um das Thema finanzielle Vorsorge?

Sophie: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass z.B. ein Großteil der anderen Kitamütter sich gar keine Gedanken darüber macht. Ich befürchte, das Thema wird oft einfach nicht besprochen. Läuft ja alles, die Wohnung muss abbezahlt werden, die Hobbys der Kinder werden teurer usw. Und an Scheidung oder Todesfall will ja auch keiner denken. Ansonsten habe ich viele Freundinnen, die noch keine Kinder haben. Die kommen gut zurecht, aber so richtig versiert in finanziellen Dingen, z.B. geschickt im Geld anlegen, sind die glaube ich auch nicht unbedingt. Manchmal gibt es Väter, die sich auskennen und dann dabei helfen. Aber Frauen, die das so richtig alles selbst in die Hand nehmen, kenne ich eigentlich kaum.

Laura: Ich habe durch deinen Anstoß einen Termin bei der Rentenversicherung vereinbart. Dort werde ich mir ausrechnen lassen, wie viel Geld mir durch Elternzeit und Teilzeit flöten ging. Das können wir dann später gemeinsam in meine Rentenkasse einbezahlen.

Sophie: Hast du da schon eine Idee, wie ihr das machen wollt? Tatsächlich in die gesetzliche Rente einzahlen? Oder eher irgednwo geschickt anlegen, aber konkret auf deinen Namen?

Laura: Das wäre vielleicht eine Frage, die wir der Geldfrau stellen könnten, oder? Ich frage erst einmal bei der Dt. Rentenversicherung nach, was die so meinen. Ich bin ja bei privaten Sachen auch immer sehr kritisch.

Sophie: Ja das wäre super! Madame Moneypenny z.B. ist ja eher klar dafür, geschickt zu investieren und salopp gesagt dem Staat kein Geld in den Rachen zu schmeißen, weil die Rente eh nicht sicher ist.

Laura: Das sind die wichtigen Fragen, bei denen ich mich noch weniger auskenne. Ich finde es bezüglich unserer Reihe spannend, wie du vorhin sagtest, mal nach finanziellen Anlegemöglichkeiten zu recherchieren. Fonds und sowas. Und jetzt muss ich mich aber an die Arbeit machen. Gleich muss ich Oskar abholen!

Sophie: Ich mache auch weiter. Wir hören voneinander!
So, das war unser Finanz-Gespräch. Und du siehst, wir haben viel vor. Bald werden hier ein paar Expertinnen befragt, Sophie und ich lesen uns mal durch unsere Riesterverträge und ich trinken ein Schnäpschen, weil wie durch Zufall genau diese Woche mein Rentenbescheid kam. So viel sei verraten: wenn es so weitergeht, sieht es für mich später einmal zappenduster aus.
Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura
Hier findet ihr die bisher erschienenen Artikel aus der Themenreihe #MamasUndMoneten:
Sophie: Mutig sein und ran an die Finanzplanung
Sophie: Mein Plan, wie ich Kontrolle ins System bringe
Laura: Raus aus der Armutsfalle und ran an die Finanzplanung
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