Adventszeit, schöne Zeit, oder? Ehrlich gesagt, fand ich die letzten Jahre die Adventszeit eher gar nicht schön, denn wir hatten als Eltern immer eine Menge um die Ohren. An Weihnachten sind wir dann regelmäßig völlig ausgelaugt in ein Schlafkoma gefallen und haben den Dezember zum zweitschlimmsten Monat erklärt. Der wird nur noch mit dem Juni getoppt, der uns mit Sommerabschiedsfesten fast erschlägt.

Volles Programm im Dezember

Ende November hatte ich eine To-Do-Liste, die jeden Großkonzern-Manager beeindrucken würde. Einen Adventskranz binden, zwei Kalender mit Kleinigkeiten füllen, Nikolaus-Deko basteln, Plätzchen backen, Geschenke besorgen, Weihnachtsmarktschichten koordinieren und die Wohnung dekorieren – richtiger privater Mega-Stress war das für mich und Freude hat mir das nicht mehr bereitet. Im Dezember haben Anton und ich dann Kuchen für die kleinen und großen Weihnachtsfeiern gebacken und uns die Klinke in die Hand gegeben, weil immer einer irgendwo unterwegs war. Nebenbei haben wir Geschenke geshoppt und Adventstürchen besucht, gesungen, gelesen, Lebkuchen im Akkord verputzt und fühlten uns voll bis oben hin, mental und körperlich.

Ruhe jetzt!

Neee, nicht mit mir, habe ich mir in diesem Jahr gedacht. Ich bin jetzt mal so richtig egoistisch und möchte selber adventlich sein. Ruhe, Kerzenschein, Vorfreunde, das sind meine Stichworte für dieses Jahr. Denn eigentlich ist doch diese Zeit viel zu wundervoll, als sie mit To-Do-Listen zu begehen. Eigentlich ist es ja so wie mit Glühwein: in Maßen sind Adventsfeiern, Deko und Weihnachtlieder zauberhaft, bei übermäßigem Genuss hat man aber schnell die Nase voll.

Falls es dir wie mir geht und du den Dezember wie die Kinder erleben möchtest, voller Freude und mit glänzenden Augen, dann habe ich ein paar Ideen für dich. Los gehts!

  • Ich dekoriere nicht länger wie eine Wahnsinnige, sondern habe ein paar einzelne schöne Stücke, die ich aus dem Keller trage. Zusammen mit den Kindern hole ich eine goldene Kugel, einen Leuchtstern fürs Fenster und unsere liebsten Weihnachtsbücher hervor, dazu hören wir Weihnachtsmusik und Luise, die seit neuestem flötet, präsentiert ihren ersten Christmas-Hit.

  • Selbsgemachte Adventskalender, die mit niedlichen Kleinigkeite befüllt werden, sind was Tolles. Aber ich schaffe das zeitlich nicht mehr, denn bei drei Kindern ist das echt ne Menge Arbeit. Darum gibts bei uns gekaufte Kalender, die die Oma spendiert.
  • Für manche Menschen ist Plätzchen backen total entspannend, für mich eher nicht. Kinder dabei einzubinden halte ich für pädagogisch wertvoll, aber ist mit einem Zweijährigen, der mit Karacho ein Pfund Mehl in die Schüssel kippt,  nicht gerade eine entspannte Geschichte. Opa und Oma haben mit Luise Pferdekekse ausgestochen, außerdem kaufen wir ein paar Tüten auf dem Kindergartenweihnachtsmarkt.

  • Von Weihnachtsmarkt bis Adventsfenster über Adventskonzerte, Flötenvorspiele und Weihnachtsfeiern: wir könnten theoretisch jeden Abend woanders sein und ich weiß all diese Veranstaltungen sehr zu schätzen. Wir schaffen das aber nicht alles und möchten so gerne einfach nur zuhause sein, Luises Pferdekekse essen und unsere Weihnachtsgeschichten lesen. Daher suchen wir uns die Feiern und Märkte aus, die zeitlich gut passen und entschuldigen uns bei der einen oder anderen Veranstaltung. Mögen es uns die Menchen verzeihen!
  • Manchmal schaffen wir es einfach nicht, feine Dinge fürs Buffet beizutragen. Daher kaufe ich für die Erwachsenenveranstaltungen ein paar Flaschen mit wirklich gutem Glühwein und nehme für die Kinderfeste einen Christstollen vom Bäcker mit.
  • Ich liebe Weihnachtspost, ja wirklich. Aber ich habe eine neue Tradition eingeführt, weil ich es nicht mehr geschafft habe, hunderte von Karten zu verschicken. Mit den Kindern mache ich ein lustiges Foto, gerne mit Verkleidung. Denke mir eine kleine Geschichte aus und verschicke alles per Sammelmail.
  • Wir setzen uns jeden Abend im Advent zusammen und lesen eine Geschichte aus dem Adventskalender, schneiden ein passendes Bildchen aus und kleben es aufs Foto. Dieses Jahr haben wir diesen hier (Affiliate Link). Das macht total viel Spaß und ist mir lieber, als mich abends über proppevolle Weihnachtsmärkte schieben zu lassen.
  • Außerdem sind wir seit jeher große Fans der Augsburger Puppenkiste und die Weihnachtsgeschichte (Affiliate Link) hier kann ich dir sehr ans Herz legen. Wir werden ihn am Sonntag gucken, Punsch aus Früchtetee und Traubensaft kochen und uns auf Weihnachten freuen – ganz ruhig und gemütlich.
  • Haufenweise Geschenke? Nicht mit uns! Unsere Kinder haben so viele Dinge und auch wir Erwachsene leben doch im Überdruss. Darum gibts für alle Drei einen Herzenswunsch, dabei bleibts. Falls du Ideen für Pferdefans oder Fußballfreunde suchst, schau mal hier. Wir Großen haben gewichtelt: jeder beschenkt einen anderen und muss sich nicht länger Gedanken für alle machen. Wir haben eine Preisgrenze gesetzt, es darf aber auch gerne gebastelt werden.
  • Weil wir so auch Geld sparen, haben wir mehr übrig, um was Gutes zu tun. Mir tun ja immer die Paketboten leid, darum will ich dieses Jahr unbedingt ein paar Euros bereit halten und Trinkgeld geben. Eine Spende für die cfi-Kinderhilfe , Unterstützung für die Tafel, Geschenkebäume für Kinder aus armen Familien oder Initiativen für Geflüchtete: es gibt so viele Menschen, die Unterstützung dringend brauchen.

Besinnliche Weihnachte mit der Familie

Also ich freue mich jetzt so richtig auf die Adventszeit, die ja im ursprünglichen Sinne nichts mit Shopping-Wahn, Konsum und Freizeitstress zu tun hat, sondern eine Zeit des Wartens auf Weihnachten ist. Für die Kinder wünsche ich mir, dass sie die Zeit als eine friedliche erleben und keine Mama haben, die vor lauter Hetze jeden Abend müde auf dem Sofa hängt. Ich schätze all das Engagement der Menschen rund um diverse Veranstaltungen und spreche jedem, der mich einlädt, meinen Dank aus. Aber die eine oder andere Absage werde ich erteilen und kann auch dir nur ans Herz legen, alle Dinge, die dir eher eine Last sind, sein zu lassen. Macht das, was euch Spaß macht: Plätzchen backen, dekorieren, Karten schreiben, singen, freuen, friedlich sein, mit anderen Erwachsenen Glühwein trinken, Weihnachtsmärkte besuchen – solange ihr es mit funkelnden Augen tut, nur zu. Alles andere kommt runter von der Liste.

Lass es dir gut gehen, bleib fröhlich und unperfekt und habe eine richtig tolle und besinnliche Adventszeit,

deine Laura

5 Comments

  1. Dieses Jahr war hoffst ist es auch mein Motto gewesen und vieles hat gut hingehauen-Geschenke zeitig besorgt, weniger Deko ist mehr, Plätzchen gebacken und einen Weihnachtsmarkt besucht.bis auf diesen nervigen grippalen Infekt alles bestens und viel entspannter.
    Aber es war auch nur möglich, weil wir uns die Wochenenden frei gehalten.haben und das hat uns allen gut getan.
    Trotzdem überlege ich seit einigen Jahren einfach mal wegzufahren über Weihnachten….dort dem Baum aufgestellt bekommen, kleinere Geschenke und nicht erreichbar sein.Und sich vielleicht den Wind um die Nase wehen lassen-wer weiß in ein paar Jahren mach ich das.Die Kinder bestehen im Moment noch auf “ihre“ Traditionen. 😉
    Weihnachtskarten schreibe ich immer mit einem Motto für das neue Jahr und einen kleinen Rückblick, so dass ich mich bewusst auseinandersetze; aber eine Handvoll ausgewählte Personen bekommen dieser nur.
    In diesem Sinne eine entspannte Weihnachtszeit.
    LG Anke

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  4. Liebe Laura
    Danke für die entstresste Zeit!
    Ich habe mir alles in Ruhe durchgelesen und möchte auch weniger…
    Einmal Weihnachtsmarkt, einmal Bratapfel, backen, Mal sehen, gesund werden von der Grippe!
    Herzlichen Dank für die Geschenke Tips, die ich gleich über deinen Link angesehen und bestellt habe!
    Das Adventskalender Buch habe ich als „die Weihnachtsgeschichte „entdeckt, die DVD wurde für Nicolaus bestellt und das pferd..als Highlight!
    Danke!
    Jetzt gesund werden 7nd ausruhen, es wird ein ruhiges Wochenende!
    Liebe Grüße
    Melisande

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