Der ewige Familien-Speiseplan – nie mehr Grübeln über das Mittagessen

Immer wieder stehe ich mittags vor dem Herd und weiß nicht so recht, was ich kochen soll. Probiere ich was Neues aus und gehe das Risiko ein, dass die Kinder nichts essen? Haue ich nur Pommes in den Ofen und habe eine satte Mannschaft? Ich habe schon oft über meine etwas schleckigen Kinder geschrieben, die sich am liebsten von Ketchup, Schokocreme und Eis ernähren würden, und zwar in dieser Reihenfolge. Der eine isst ausschließlich Paprika und Tomaten, die andere Gurken und Möhren. Sie haben kaum gemeinsame Vorlieben und gieren schon nach dem Verzehr einer halben Kartoffel nach Nachtisch. Der Kleine isst alles, ich habe aber genug Erfahrung um zu wissen, dass sich das von jetzt auf gleich ändern kann.

Damit diese Grübelei ein Ende hat, habe ich mir den endlosen Speiseplan ausgedacht. Zugegeben, das ist kein wirklich neues Konzept, aber für mich ist es dennoch eine Revolution. So wie bei meinem Kleiderschrankprojekt habe ich nämlich auch in der Küche gemerkt, dass zu viel Auswahl lähmen kann. Nun gibt es also fünf Gerichte in verschiedenen Variationen und das stelle ich dir jetzt vor!

Montag: Nudel – der Klassiker

Das Lieblingsessen aller Kinder: Nudeln mit Soße. Die Grundvariation sind tatsächlich Nudeln mit Tomatensoße. Für die Soße brate ich Zwiebeln an, gebe Tomatenmark und Zucker dazu und röste alles kurz durch. Dann kommt dazu eine Flasche passierte Tomaten. Das koche ich abermals auf und würze es anschließend mit Salz, Pfeffer, Oregano, Petersilie. Am Ende kommt noch ein Schuss Sahne oder Frischkäse dazu. (Hier findest du ein genaueres Rezept für die Tomatensoße)

Alternative 1: Zu den Zwiebeln hobele ich Karotte oder Zucchini, dann gibts noch ein paar Vitamine oben drauf

Alternative 2: Zu den Zwiebeln gebe ich Hackfleisch , dann wird es eine Bolognese

Alternative 3: Die Nudeln kommen nach dem Kochen noch leicht Aldente in eine Auflaufform, die Soße in Variation 1, 2 oder 3 gebe ich darüber und bestreue das Ganze mit geriebenem Käse oder lege Mozzarella drauf. Das backt dann 30 Minuten bei 150 Grad im Ofen – fertig ist der Nudelauflauf.

Wem das Ganze dann langweilig wird, der macht eine Lasagne oder Spaghetti Carbonara.

Zum Vorbereiten: damit das Essen schneller auf dem Tisch steht, kannst du die Tomatensoße in großer Portion kochen und in der Glasflasche einfrieren. So hast du dieses Gericht und seine Variationen immer parat.

Dienstag: Suppenkasper

Hier kommt die extra Portion Gemüse, die du auf diese Weise ohne viel Gemecker in die Kinder hineinschummeln kannst. Für die Suppe brate ich Zwiebeln an und gebe ein paar klein geschnittene Kartoffeln, ein paar Möhren, ein Stück Sellerie und etwas Zucchini dazu, brate alles kurz an, fülle es mit Brühe auf und lasse es 20 Minuten köcheln. Dann püriere ich alles durch und schmecke es mit Salz, Pfeffer, Sahne oder Frischkäse und Kräutern ab. Dazu gibt es Wienerle in kleinen Stücken. Hier findest du unter „Wintersuppe“ ein ausführlicheres Rezept.

Alternative 1: ein paar Kartoffeln, dazu ein Broccoli, alles pürieren und abschmecken wie vorher. Als Beilage gibt es Buchstabennudeln

Alternative 2: ein paar Kartoffeln und Blumenkohl, alles pürieren und abschmecken wie vorher. Als Beilage gibt es geröstete Schinkenwürfel

Alternative 3: ein paar Kartoffeln und Erbsen, alles pürieren und abschmecken wie vorger. Als Beilage gibt es Backerbsen

Zum Vorbereiten: auch die Suppe lässt sich in großen Mengen kochen und dann portionsweise einfrieren.

Mittwoch: Pizza

Grundlage hierfür ist der Pizzateig. Für den brauchst du

  • 300 Gramm (Dinkel-)Mehl
  • ca. 150 Gramm Wasser
  • 2-3 EL Olivenöl
  • frische Hefe oder ein Päckchen Trockenhefe
  • Zucker/Salz

Alle Zutaten in die Küchenmaschine geben und mit dem Knethaken durchkneten lassen. (Die frische Hefe vorher in einem Teil der 150 Gramm Wasser auflösen und mit der Gabel verrühren, dazugeben). Ist der Teig zu nass, etwas Mehl einstreuen. Ist er zu trocken, einen kleinen Schuss Öl dazu geben. Dann lässt du ihn mit etwas Mehl bestreut eine halbe bis ganze Stunde an einem warmen Ort (oder im Ofen bei 50 Grad) gehen, rollst ihn dann aus und legst ihn in eine runde Kuchen- oder eine Quicheform.

Außerdem machst du eine Tomatensugo aus passierten Tomaten, Salz, Pfeffer und Gewürzen. Daraus mache ich dann zum Beispiel eine Pizza, die ich für Jimmy mit Paprika und Käse belege, Luise mag nur Tomaten. Für mich kommen Sardellen, Gemüse nach Vorrat und Kapern drauf.

Als Alternative 1 mache ich aus dem Pizzateig einen Lauchkuchen.

Als Alternative 2 mache ich aus dem Teig einen Flammkuchen, bestreiche ihn mit Creme Fraiche und gebe Speckwürfel und Zwiebeln drauf (oder Spargel wie auf dem Foto)

Als Alternative 3 mache ich eine Pizzarolle. Alles wie im Grundlagenrezept, die Pizza anschließend zu einer Rolle wickeln und zu einem Kreis zusammenlegen.

Als Alternative 4 mache ich eine Quiche mit Zwiebeln und Ei.

Zum Vorbereiten: den Pizzateig herzustellen ist wirklich super easy. Und du kannst auch diesen selbstgemachten Teig einfrieren. Lass ihn dafür nicht gehen, sondern pack ihn in eine Tüte und lege ihn in die Gefriertruhe.

Zwiebelkuchen

Donnerstag: Reis oder Linsen

Für Reis hätte ich natürlich die tollsten Ideen mit vielen asiatischen Zutaten, aber da machen meine Kinder leider nicht mit. Also gibt es Risi Bisi, Reis mit Erbsen und Mais, Chilli con Carne (hier ist das Rezept) oder angebratenen Reis mit Eiern. Zu meiner Schande gestehe ich, dass sich Jimmy und Luise grundsätzlich Ketchup über den Reis hauen. Damit das dann nicht langweilig wird, variieren wir mit Linsen. Die sind natürlich am besten als Linsen mit Saitenwürstchen und Spätzle (hier ist ein Rezept). Ich esse aber auch gerne rote Linsen mit diversem Gemüse, Sojasprossen und Kokosmilch. Und dann gibts da noch mein super tolles Kinder-Risotto mit Tomaten und Basilikum. Hier findest du das Rezept.

Freitag: Mehlspeise

Freitag ist der Tag, an dem die Kinder strahlend aus Schule und Kindergarten kommen weil sie wissen, dass es Pfannkuchen gibt. Ich belege meinen mit Käse und Kräutern, die Kinder bekommen Schokocreme. Dafür müssen sie als Nachtisch Rohkost essen, freitags ist eben Gegenteiltag. Wenn uns die Pfannkuchen mal nerven, gibt es zur Abwechslung selbstgemachte Dampfnudeln mit Vanillesoße, Kaiserschmarrn oder Pancakes mit Ahornsirup. Für den Pfannkuchenteig vermische ich 200 g Mehl, 250 ml Milch, drei Eier, etwas Salz und backe den Pfannkuchen dann dünn in etwas Butterschmalz aus (Achtung, der erste gelingt nie!). Weil kein Zucker drin ist, kannst du ihn auch herzhaft essen.

Vielleicht hast du ja Glück und deine Kinder sind etwas experimentierfreudiger als meine. Mir ist diese gewisse Eintönigkeit zur Zeit sogar ganz recht, denn dann muss ich mir schon nicht so viel überlegen. Dank eingefrorener Sugo, Pizzateig und Suppe sowie meinem Vorrat, in dem immer Linsen, Reis und Nudeln zu finden sind, habe ich das Mittagessensproblem bei uns gelöst. Sicher kommt eine Zeit, in der die Kinder wieder mehr essen und Neues ausprobieren. Ich finde die Rezepte aber so wandlungsfähig, dass man überall neues Gemüse verwenden kann.

Und falls du dir ein paar Kinderkochbücher zulegen möchtest, empfehle ich dir das Yummi Mami-Kochbuch (Affiliate Link) und das Buch Kinder an den Herd (Affiliate Link). Beide habe ich hier und hier besprochen, getestet und gemeinsam mit Jimmy und Luise durchgekocht. Bei meiner Bloggerkollegin Kerstin gibts auf dem Blog TagausTagein außerdem ebenfalls regelmäßig Wochenpläne. Klick dich einfach mal rüber!

Nun wünsche ich dir guten Appetit und viel Spaß beim Essen mit den Kindern.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

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Laura

15 Comments

  1. Vielen vielen lieben Dank für die tolle Idee. Meine Kleine ist keine gute Esserin und der Arzt macht schon etwas Druck, da sie so leicht ist. Haben auch schon medizinisch alles ausgeschlossen. Es setzt einfach nicht richtig an. Und wenn sie dann gar nicht isst, stresst mich das noch mehr. Ich werde die Routine mal ausprobieren. Yummy Mummy haben wir auch zuhause. Das ist wirklich ein tolles Buch.
    Man setzt sich ja irgendwie selbst zu sehr unter Druck und möchte Abwechslung bieten, aber dann wird es nicht angerührt. Dann lieber der feste Plan mit tollen Alternativen. Echt klasse.

    • Liebe Anja, ich drücke dir sehr die Daumen. Aber Ärzte machen auch oft Stress, finde ich. Ich habe selber ein sehr, sehr schlankes Kind, das vieles nicht mag. Solange es gesund ist und ihm keine Power fehlt, ist alles ok. Und tatsächlich klappt es, wenn ich immer das gleiche koche. Ich bin mir sicher, es kommen auch wieder andere kulinarische Zeiten 😉 Liebe Grüße, Laura

  2. Endlich mal realistische Kinderrezepte, die einem nicht suggerieren, man müsste ein schlechtes Gewissen haben, weil das eigene Kind niemals das bunte Ofengemüse, die panierten Bluhmenkohlnuggets oder die gefüllten Zuccini-Boote Essen würde. Deine Gerichte würde mein Sohnemann in der ein oder anderen Variation alle essen und wenn ab und an noch der heißgeliebte Kartoffelpüree vorkommt, wär es sogar glücklich dabei. Danke und liebe Grüße an Dich und die kleinen Gourmets

    • Liebe Andrea, stimmt, Kartoffelbrei fehlt! Das lieben meine Kinder auch. Wäre eine gute Idee, samstags den Kartoffeltag einzuführen 🙂 panierte Blumenkohlnuggets würde ich (leider) niemals in die Münder meiner Kinder bekommen. Liebe Grüße, Laura

  3. Wieso bin ich da nicht früher drauf gekommen?? ….
    Danke für diese tolle Inspiration. Unser Geldbeutel ist zurzeit recht knapp wegen Hausbau und Umzug. Und ich rätsel mir einen ab, was ich denn so kochen könnte die Woche über. Vor allem das mit der Suppe gefällt mir super gut, denn püriert mögen die Kinder es lieber als stückig.
    Dann mach ich mich mal ran an den Wochenplan! 🙂 Liebe Grüße!

    • Liebe Anna, ich freue mich, dass dir die Idee gefällt. Lass mich wissen, wie es läuft. Und gute Nerven für den Hausbau! Liebe Grüße von Laura

    • Klasse Idee. Ich probiere gerne Neues aus bei Rezepte, finde es dann aber auch frustrierend, wenn die Kids es dann nicht essen wollen. Die passen aber auch zum Teil in das Grundgerüst. Danke dafür.

      • Oh man, echt frustrierend, wenn alle nur meckern, oder? Ich drücke die Daumen, dass es bei euch klappt. Wir machen echt gute Erfahrungen!

  4. Sehr gute Idee. Deine Rezepte klingen klasse. Nur weiß ich jetzt schon, dass mehr als die Hälfte davon meine Kinder nicht mögen. 🙁
    Dafür essen sie zu Nudeln auch mal gerne was Anderes als Tomatensauce. Nämlich z. B. Rahmspinat, Zucchinisauce oder eine Frischkäsesauce mit Thunfisch :-). Vielleicht wäre das ja auch mal was für euch am Nudeltag?!
    Was bei dir gar nicht so wirklich vorkommt sind Kartoffeln?! Die gibt es bei uns oft als Pellkartoffeln entweder ganz simpel nur mit Quark oder mit Fischstäbchen + Rahmspinat oder als Kartoffelwedges mit Möhren und Fisch.

    Viele liebe Grüße

  5. Liebe Laura!
    Herzlichen Dank für Deine Idee!
    Ähnlich mache ich es mir auch, trotzdem stehe ich doch oft vor dem Herd und weiß nicht so recht, was ich kochen kann!
    Ein Speiseplan für die Woche, soll hilfreich sein- auch, für das wöchentliche einkaufen. Ich werde es ausprobieren!
    Donnerstags wird dann ein Einkaufszettel geschrieben, falls ich nicht zu müde bin!
    LG
    Melisande

  6. Tolle Idee, ich koche auch wieder einfacher seit ich ein Kind hab, weil es einfach schneller geht und ich nicht so viel nachdenken muss dabei :-). Bisher ist mein Kleiner fast alles, aber ich habe mittlerweile auch schon gemerkt, dass bei einem Kind alles nur eine Phase ist. Danke auch für die Buchtipps, die schau ich mir mal an! Liebe Grüße, Sandra

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